Formate der Demokratietage

Formate

Hier stellen wir Ihnen unsere Formate für die Demokratietage vor. Diese Seiten werden stets aktuell gehalten. Sollten Sie trotzdem einmal nicht finden, was Sie suchen, nehmen Sie einfach Kontakt mit uns auf – wir helfen Ihnen gerne weiter.

Planspiele

Die Demokratietage nutzen Planspiele als eine besondere Möglichkeit, politische und gesellschaftliche Prozesse nicht nur zu verstehen, sondern aktiv zu erleben. In diesen spielerischen Simulationen schlüpfen die Teilnehmenden in unterschiedliche Rollen wie politische Entscheidungsträger*innen, zivilgesellschaftliche Akteur*innen oder Vertreter*innen verschiedener Interessengruppen. Sie verhandeln, diskutieren und wägen Argumente ab, um gemeinsam nach tragfähigen Lösungen zu suchen. Auf diese Weise wird erfahrbar, wie vielschichtig und teil schwierig demokratische Prozesse sind sowie wie wichtig Dialog, Kompromissbereitschaft und Perspektivwechsel für ihr Gelingen sind. Anders als bei klassischen Lehrveranstaltungen geht es hier nicht um „richtig“ oder „falsch“, sondern um das gemeinsame Aushandeln von Positionen. Planspiele schaffen einen geschützten Raum, in dem ausprobiert, diskutiert und auch gezweifelt werden darf. Gerade diese Offenheit macht sie zu einem wirkungsvollen Lernformat. Eigene Standpunkte werden hinterfragt um das entdecken neuer Perspektiven leichter zu machen. Gleichzeitig fördern sie zentrale demokratische Kompetenzen wie Argumentationsfähigkeit, Empathie und die Bereitschaft, unterschiedliche Interessen ernst zu nehmen. Die Erfahrung, selbst Teil eines Entscheidungsprozesses zu sein, hinterlässt oft einen bleibenden Eindruck. Ziel ist es, dass Teilnehmende aus Planspielen nicht nur Wissen, sondern auch ein tieferes Verständnis für demokratische Abläufe mitnehmen.

Slow Reading 

Mit dem Slow Reading setzen wir bei den Demokratietagen an der Universität Kassel einen bewussten Kontrapunkt zur Schnelllebigkeit des Alltags. In einer Zeit, in der Informationen oft in kurzer Zeit aufgenommen und ebenso schnell bewertet werden, lädt dieses Format dazu ein, Texte gemeinsam, konzentriert und ohne Zeitdruck zu lesen. Der Fokus liegt dabei nicht auf Geschwindigkeit, sondern auf einem vertieften Verständnis und der gemeinsamen Reflexion. Beim Slow Reading werden Inhalte Schritt für Schritt erschlossen. Begriffe werden geklärt, Argumente hinterfragt und Zusammenhänge gemeinsam diskutiert. Diese entschleunigte Herangehensweise schafft Raum für differenziertes Denken und ermöglicht es, auch komplexe Themen zugänglich zu machen. Teilnehmende haben die Gelegenheit, sich intensiv mit einem Text auseinanderzusetzen und ihre eigenen Gedanken im Austausch mit anderen weiterzuentwickeln. Beim Slow Reading wird nach jedem Absatz eine Pause gemacht, um in einen gemeinsamen Austausch zu treten. So wird sichergestellt das jeder die Chance hatte sich vertieft auseinanderzusetzen und seine Gedanken mit den anderen zu teilen. Besonders wertvoll ist dabei die gemeinsame Perspektive. Unterschiedliche Interpretationen treffen aufeinander, ergänzen sich oder regen zu neuen Überlegungen an. So entsteht ein lebendiger Dialog, der weit über das reine Lesen hinausgeht. Slow Reading fördert Aufmerksamkeit, Konzentration und die Fähigkeit, sich auf Inhalte einzulassen. Kompetenzen, die für eine reflektierte Meinungsbildung unverzichtbar sind. Gleichzeitig wird Lesen zu einem gemeinschaftlichen Erlebnis. Wenn ihr noch nie an einer Slow Reading Session teilgenommen habt, solltet ihr es dringend probieren. Es ist wirklich Uni mal ganz anders.

Workshops

Workshops bilden vermutlich das Herzstück unserer Demokratietage. Hier soll für aktives Lernen, Austausch und gemeinsames Nachdenken geschaffen werden. In kleineren Gruppen entstehen offene Lernumgebungen, in denen Teilnehmende nicht nur zuhören, sondern sich aktiv einbringen können. Unterschiedliche Themen von Medienkompetenz, über gesellschaftliche Teilhabe, bis hin zu Fragen von Diskriminierung und Zusammenleben werden gemeinsam erarbeitet und aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet. Dabei verbinden Workshops fachliche Impulse mit praktischer Erfahrung. Die häufig kleineren Gruppen erleichtern, Fragen zu stellen, eigene Gedanken einzubringen und gemeinsam neue Lösungsansätze zu entwickeln. So können auch komplexe oder kontroverse Themen angesprochen werden, um in einen konstruktiven Dialog zu treten. Oft entstehen gerade in diesen intensiven Austauschmomenten neue Ideen, die weit über den Workshop hinauswirken. Ziel ist es kritisches Denken, Reflexionsfähigkeit, die Bereitschaft, anderen zuzuhören und das Finden von gemeinsamen Lösungen zu fördern.

Slow Science 

Slow Science steht für eine bewusste und reflektierte Herangehensweise an wissenschaftliche Fragestellungen. Im Gegensatz zu einer auf schnelle Ergebnisse ausgerichteten Wissensproduktion legt dieser Ansatz den Fokus auf gründliches Nachdenken, sorgfältige Analyse und offenen Austausch. Komplexe Fragen werden nicht vorschnell beantwortet, sondern gemeinsam erkundet und aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet. Diese Methode macht wissenschaftliche Prozesse transparenter und vor allem nachvollziehbarer. Teilnehmende können erleben, wie Wissen entsteht. Typischerweise eben durch Diskussion, kritisches Hinterfragen und das Abwägen verschiedener Argumente. Slow Science schafft Raum für Unsicherheiten und Zwischentöne. Ein gutes Ergebnis braucht eben auch seine Zeit. Gerade darin liegt eine besondere Stärke. Die Ergebnisse sind nachhaltiger, fundierter und anschlussfähig für gesellschaftliche Debatten. Zugleich stärkt Slow Science das Vertrauen in Wissenschaft, indem sie ihre Arbeitsweise offenlegt und zur Beteiligung einlädt. Teilnehmende werden ermutigt, eigene Fragen einzubringen und sich aktiv an Denkprozessen zu beteiligen. So wird verdeutlicht, dass Wissenschaft nicht als abgeschlossener Bereich, sondern als dialogischer Prozess zu verstehen ist. Ziel ist zu zeigen, wie eng Wissenschaft und Demokratie miteinander verknüpft sind. Beide leben von Offenheit, Austausch und der Bereitschaft, unterschiedliche Perspektiven einzubeziehen. 

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